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Natur & Tiere

Ein verlockendes Angebot. Die Brennweite einfach mit dem MC-20 zu verdoppeln und dabei nur 150g zusätzlich im Rucksack zu tragen. Erstmal eine gute Idee, aber ich erinnere mich an meine Kleinbild-Zeiten und den Versuch ein 4/500mm Objektiv mit einem 2x Konverter auf ein 8/1000mm zu erweitern – die Bildergebnisse waren nicht überzeugend und ich habe so einen 2x Konverter dann auch nicht wiederverwendet.

Jetzt hat Olympus diesen Konverter 2019 rausgebracht und mich gebeten, ihn zu testen. Meine erste Reaktion war entsprechend verhalten. Ich bin mit dem M.Zuiko Digital ED 300mm F4 IS PRO ja sehr zufrieden, wozu brauche ich so etwas. Ein Konverter macht, so glaubte ich, die Bildqualität kaputt und in der MFT-Welt wird mit dem MC-20 aus dem 300mm F4 ein 600mm F8, was dann einem Äquivalent von 1200mm F8 bei einem Kleinbild entspricht. Erste Testergebnisse und Bilder, die ich gesehen hatte, haben mich aber dann doch neugierig gemacht. Die Bildqualität schien sehr gut zu sein. Also habe ich den MC-20 in verschiedenen Situationen getestet und auf eine Expedition in den Sarek-Nationalpark nach Schweden mitgenommen, denn dort ist es besonders wichtig, die Ausrüstung leicht zu halten.

Am Rucksack in Frontload-Technik vor der Brust hatte ich die OM-D E-M1X, das M.Zuiko Digital ED 7‑14mm F2.8 PRO, das M.Zuiko Digital ED 12‑100mm F4 IS PRO, sowie das M.Zuiko Digital ED 300mm F4 IS PRO und den MC-20 dabei. Ich hatte somit alles zwischen 14-1200mm Brennweite griffbereit mit weniger als 7kg Gesamtgewicht für die Fotoausrüstung – das ist eine enorme fotografische Bandbreite!

Der Konverter ist speziell ausgelegt für das M.Zuiko Digital ED 300mm F4 IS PRO, das M.Zuiko Digital ED 40‑150mm F2.8 PRO sowie das M.Zuiko Digital ED 100‑400mm F5.0-6.3 IS und das M.Zuiko Digital ED 150-400mm F4.5 TC1.25x IS PRO. Neben der wirklich guten Bildqualität, vor Allem beim 300er finde ich die Naheinstellgrenze besonders spannend. Beim 300er liegt sie mit dem Konverter bei 1.4m – das eröffnet ganz neue Möglichkeiten in der Detailfotografie! Der Abbildungsmaßstab liegt hier bei fast 1:1* und macht die Kombination so zu einem hervorragenden Makro-Objektiv für Tiere, die Abstand brauchen. Auch beim 40-150mm ist die Einstellgrenze bei ca. 65cm und bietet einen Abbildungsmaßstab von 1:1.2*. Dieser Aspekt rechtfertigt für mich auf jeden Fall, dass der MC-20 im Rucksack ein „Must Have“ geworden ist.

Natürlich möchte ich nicht verheimlichen, dass es auch Grenzen mit so einem Konverter gibt. Am 40-150er ist der Autofokus etwas langsamer. Schärfe und Kontrast lassen geringfügig nach. Am 300er ist das aber praktisch nicht zu sehen, weswegen ich ihn auch in erster Linie als Erweiterung des 300er nutze. Was mich am meisten überraschte, ist die geringe Aberration. Das zeigt, dass der Konverter exzellent gerechnet ist für diese Kombi.

Die größten Einschränkungen liegen aber außerhalb der Objektive. Wer mit solchen Brennweiten fotografiert, muss sich einfach bewusst sein, dass die Luft zwischen Frontlinse und Objekt auch eine „Linse“ darstellt. Wird der Abstand zu groß, ergeben sich durch die Luftbewegungen und Feuchtigkeit zwangsläufig Qualitätseinbußen, die in Auflösung, Schärfe und Kontrast zu sehen sind. Wenn man das berücksichtigt und den MC-20 nicht nur dazu verwenden will, aus größerer Entfernung „Meister-Portraits“ zu schießen, dann ist er als Ergänzung der Ausrüstung hervorragend.

Unterm Strich bin ich überzeugt vom MC-20 und ertappe mich immer wieder dabei, ihn vor allem am 300er zu nutzen, um Ausschnitte oder Details zu fotografieren, die sonst nicht möglich sind. Das habe ich früher mit der Kleinbild-Ausrüstung nie gemacht. Es lohnt sich also meiner Ansicht nach auf jeden Fall, die extra 150g in den Rucksack zu packen.

Autor & Fotograf: Andreas Geh

* 35mm equivalent

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