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Stadt & Reise

Das Reisen wurde mir quasi in die Wiege gelegt. Schon mein erstes Lebensjahr habe ich im Ausland, in der Elfenbeinküste in Afrika verbracht und bin seitdem von fremden Ländern und Kulturen fasziniert. Auch bei meinen Vulkanreisen sowie Reisen mit dem Schwerpunkt Landschaftsfotografie nehme ich mir daher immer jeweils auch ein paar Tage Zeit, in die lokale Kultur einzutauchen und Land und Leute näher kennenzulernen. Besonders fasziniert bin ich dabei von Japan, im Rahmen meines Volcanic Seven Summits Projekts habe ich die Kulturen des Iran wie auf Papua-Neuguinea schätzen gelernt.

Nachdem ich Euch an dieser Stelle bereits ein paar Tipps zum Thema fotografisches Storytelling wie auch zur Landschaftsfotografie gegeben habe, möchte ich dieses Mal kurz ein paar ausgewählte Tipps rund um die Reisefotografie mit Euch teilen.

Ausrüstung

Der aus meiner Sicht wichtigste Tipp für die Reisefotografie betrifft die Ausrüstung. Die schlechteste Kamera ist nämlich die, die man nicht zur Hand nimmt. Was nützt die beste Technik, wenn die Kamera an sich nicht passt? Daher empfehle ich ausreichend Zeit bei der Wahl der Ausrüstung einzuplanen und, wenn möglich, verschiedene Alternativen auszuprobieren. Die Entscheidung sollte dann nach Bauchgefühl, Haptik, Handling, Wohlfühlcharakter und nicht anhand technischer Datenblätter gefällt werden.

Mir persönlich ist es gerade bei der Reisefotografie wichtig, mit einer kleinen und eher unauffälligen Kamera zu arbeiten. Zum einen, damit ich die Kamera jederzeit griffbereit transportieren kann, zum anderen aber auch, um nicht wie ein Fotograf „auf der Jagd“ zu wirken.

Insgesamt habe ich persönlich, auch wenn ich i. d. R. mit der OM-D E-M1 Mark II unterwegs bin, bereits sehr gute Erfahrungen mit der OM-D E-M5 Mark II gemacht.

Geh näher ran

Für die Action-, Abenteuer- und auch Reisefotografie gilt das Motto „Mittendrin statt nur dabei“. Schon der bekannte Kriegsreporter Robert Capa sagte einmal: „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, bist du wahrscheinlich nicht nahe genug dran.” Daher bin ich kein großer Fan von (Reise-)Zoom-Objektiven, weil diese häufig zu Bequemlichkeit verleiten. Viel besser ist es, sich so nah wie möglich dem jeweiligen Fotoobjekt zu nähern. Während eines Festivals in den Dschungeln von Papua-Neuguinea habe ich mich mit meiner Kamera auf Bodenhöhe bis direkt an die tanzenden Füße herangewagt. Auf Grund des beweglichen Bildschirms konnte ich so das Motiv bequem fotografieren.

Portraits/ Menschen

Reisen lebt von Menschen, von Begegnungen und fremden Kulturen. Respekt und höflicher Umgang mit den Personen, die man fotografieren möchte, sollten im Vordergrund stehen. Ganz wichtig ist es dabei, nicht nur in Zeiten der DSGVO, jeweils das entsprechende Einverständnis für ein Foto einzuholen und sei es durch eine Verständigung in einfachster Zeichensprache. Deswegen informiere ich mich bereits im Vorfeld, wie die Menschen generell in dem jeweiligen Reiseland dazu stehen, fotografiert zu werden. Auch bringe ich mir immer ein paar wenige Worte der jeweiligen Landessprache bei. Neben typischen Portraits – wie das von einem Mitglied der Huli Wigmen in Papua – nehme ich Menschen sehr gerne in typischer Umgebung und Pose auf.

Gegensätze/ Typisches – Untypisches

Besonders gerne halte ich Ausschau nach Motiven, welche Szenen innerhalb sowie vor allem aber auch außerhalb der bei uns jeweils herrschenden Klischees zeigen. Bilder, welche die ganze Bandbreite eines Reiselands zeigen. Dazu lese ich mich im Vorfeld durch ein paar Reiseführer und frage im Bekanntenkreis nach den gängigen Klischees, um dann während der Reise gezielt nach den passenden Motiven zu suchen. Das Foto von dem mit einem Mobiltelefon telefonierenden Einheimischen auf Papua-Neuguinea zeigt auf einem Bild die Entwicklung dieser faszinierenden Kultur zwischen Tradition und Moderne.

Bildergeschichten

Zudem bin ich auch immer auf der Suche nach Motiven, welche ohne Worte und Beschreibung eine Geschichte erzählen. Mit der Zeit und viel Übung habe ich ein entsprechendes Gespür und Auge entwickelt, solch liebenswerte Bilder und Details zu entdecken und zu fotografieren. Hier gilt es, unterschiedliche Moti-ve zu fotografieren.

Früher Vogel und Nachteule

Dieser Tipp macht mir häufig selber zu schaffen. Ich bin eine absolute und überzeugte Nachteule, sodass ich mich jedes Mal auf Reisen dazu zwingen muss, gefühlt mitten in der Nacht aufzustehen, um das erste fantastische Licht des Morgens fotografisch einzufangen. Neben dieser Lichtstimmung hat eine frühe Uhrzeit aber auch den Vorteil, dass viele Orte – wie z. B. die ansonsten überlaufene Fushimi Inari Taisha Tempelanlage in Kyoto, Japan – am frühen Morgen noch (fast) menschenleer und nicht so überlaufen sind. Deutlich einfacher fällt mir dann die Fotografie im warmen Abendlicht sowie spät in der Nacht – wie der sich in einem großen Brunnen spiegelnde Palast in Esfahan, Iran – mit den gleichen Vorteilen.

Kreativität/ Schärfe/ Unschärfe

Vor einer Reise solltet Ihr Euch unbedingt mit Eurer Kamera und den grundlegenden Regeln der Fotografie vertraut machen und diese Werkzeuge perfekt beherrschen. Das ist die Basis für eine eigene Interpretation von bereits häufig fotografierten Motiven bzw. kreative Bilder. Ein spannendes Stilmittel kann dabei das Spiel mit der Schärfe/ Unschärfe sein.

Fazit

Mit der richtigen Ausrüstung, dem Beherrschen der fotografischen Werkzeuge, einer intensiven Vorbereitung und entsprechendem Respekt, Kreativität und Neugierde wird es auch Euch gelingen, einmalige und spannende Reiseeindrücke festzuhalten.

Autor & Fotograf: Adrian Rohnfelder

Bilder-Galerie

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