Die Herausforderung einer optimalen Gesundheitsversorgung zu akzeptablen Kosten

05.07.2021

Das Management von Gesundheitseinrichtungen steht immer unter enormem Druck, eine qualitativ hochwertige Versorgung bei knappen Finanzen zu gewährleisten. Noch komplexer wird der Entscheidungsprozess durch die unterschiedlichen Bedürfnisse und Ansichten zahlreicher Interessengruppen, wie Ärzte, Patienten, Gesundheitsbehörden, operatives Management sowie Einkäufer und Finanzpersonal. Bei der Einführung neuer und innovativer Technologien ist der klinische Nutzen natürlich entscheidend. Für Krankenhausorganisationen besteht die Herausforderung darin, Patientenergebnisse auf einer breiteren und längerfristigen Basis sorgfältig zu beurteilen und diese gegen Überlegungen zum möglichen Kostenerstattung abzuwägen. Welche Fragen sollten geklärt werden, bevor wichtige Entscheidungen über den Einsatz neuer und innovativer medizinischer Technologien getroffen werden? Wer sollte einbezogen werden? Und wie können Anbieter medizinischer Lösungen die Entscheidungsfindung vereinfachen?

Hals, Nase, Ohren, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gastroenterologie, Urologie, Gynäkologie, Pneumologie
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Die Herausforderung einer optimalen Gesundheitsversorgung zu akzeptablen Kosten
Da Gesundheitstechnologien immer innovativer und effektiver sind, werden sie zwangsläufig oft auch teurer. Hinzu kommen eine alternde Bevölkerung, eine erhöhte Nachfrage nach Dienstleistungen und eine geringere staatliche Finanzierung – entsprechend hoch ist der Druck auf die Budgets von Gesundheitseinrichtungen.

Die übergeordnete Herausforderung für den Gesundheitssektor besteht darin, eine Balance zwischen optimaler Versorgung und akzeptablen Kosten zu finden. Die zahlreichen Interessengruppen – Krankenhausmanagement, Einkauf und Beschaffung, Ärzte, Patienten und auch das öffentliche Gesundheitswesen – stehen jeweils vor eigenen individuellen Herausforderungen, wenn es darum geht, keine roten Zahlen zu schreiben und gleichzeitig eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung anzubieten sowie bessere Ergebnisse zu erzielen. Das Reimbursement ist aber nur ein Faktor in diesem Wechselspiel und eine wichtige Überlegung im Hinblick auf die Einführung neuer und innovativer Technologien.

Abbildung 1. Verschiedene Interessengruppen haben unterschiedliche Ansichten, Wünsche und Bedürfnisse, die es im Hinblick auf die Einführung innovativer Technologien und deren Kosten zu berücksichtigen gilt

Bessere Zusammenarbeit für bessere Ergebnisse
Bei Entscheidungen im Gesundheitswesen gibt es oft zahlreiche Meinungen und Ansichten zu berücksichtigen. Ein Beispiel hierfür ist die Entscheidung darüber, ob und, wenn ja, welche neuen und innovativen Gesundheitstechnologien eingeführt werden sollen. Daran sind verschiedene Interessengruppen mit unterschiedlichen Wünschen und Anforderungen sowohl aus dem klinischen als auch aus dem nicht klinischen Bereich beteiligt.

Die Organisationen des öffentlichen Gesundheitswesens befassen sich mit der Gesundheit einer Bevölkerung als Ganzes – sie müssen sich die Frage stellen, ob die Einführung einer bestimmten Technologie auf nationaler Ebene zu einer gesunden Bevölkerung beiträgt. Patienten, Ärzte und das Krankenhausmanagement hingegen konzentrieren sich eher auf den Nutzen, den eine Technologie für sie persönlich bzw. die Krankenhausorganisation mit sich bringt. Dabei geht es den Patienten natürlich um ihre eigene Gesundheit, ihren Komfort und ihr Ergebnis. Ebenso sind die Ärzte bestrebt, die Patientenerfahrung und die klinischen Ergebnisse zu verbessern. Aber auch auf die Anwenderfreundlichkeit, die Ergonomie und die praktischen Eigenschaften einer Technologie kommt es ihnen an. Kosten, Effizienz, Rentabilität und betriebliche Überlegungen sind in diesem Fall manchmal zweitrangig gegenüber dem klinischen Ergebnis. Das Management von Gesundheitseinrichtungen steht jedoch vor anderen Herausforderungen, da es das Krankenhaus bzw. die Klinik als eine Einheit betrachten muss. Die Verantwortlichen müssen nicht nur die Bedarfe der einzelnen Ärztinnen und Ärzte, die vor allem im besten Interesse ihrer Patienten handeln, berücksichtigen, sondern müssen dies auch mit dem Gesamtbedarf der jeweiligen Gesundheitseinrichtung als Ganzes in Einklang bringen. Das Budget muss je nach Bedarf und Priorität auf verschiedene Abteilungen aufgeteilt werden, sodass die Ausgaben für eine bestimmte neue Technologie, Therapie oder Behandlung nicht isoliert betrachtet werden können. Eine Herausforderung für die Entscheider in Gesundheitseinrichtungen besteht darin, ein optimales Gleichgewicht zwischen den Vorteilen einer neuen Technologie (sowohl klinisch als auch nicht klinisch) und der Aufrechterhaltung des aktuellen Versorgungsstandards zu finden. Wie wirkt es sich zum Beispiel auf die verfügbaren Mittel für die Behandlung älterer Menschen aus, wenn ein Großteil des Budgets für eine innovative pädiatrische Technologie aufgewendet wird? Ist es richtig, eine neue Behandlung für Meningitis zu priorisieren, obwohl die derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten ausreichend sind, oder sollten diese Mittel stattdessen in innovative Krebstherapien investiert werden?

Darüber hinaus müssen auch die manchmal gegensätzlichen Standpunkte anderer Interessengruppen, wie z. B. der Verantwortlichen im Einkauf, auf der Ebene des Gesamtmanagements berücksichtigt werden. Im Falle des Einkaufs ist häufig der Preis ausschlaggebend. Deshalb kann es für die Manager in Gesundheitseinrichtungen eine Herausforderung sein, gegensätzliche Faktoren und Einflüsse auf einen Nenner zu bringen und gleichzeitig die Patientenversorgung in den Mittelpunkt zu stellen.

Auf dieser Ebene ist die Kostenerstattung ein wichtiger Aspekt, um die Deckung der Kosten sicherzustellen. Allerdings sind die Erstattungsrichtlinien und -prozesse komplex. So sind die Vorschriften und Methoden für die Erstattung von Land zu Land verschieden. Zudem hängen sie vom Umfang der staatlichen Finanzierung, vom Ausmaß der Zentralisierung der Gesundheitsversorgung und von unterschiedlichen Entscheidungsbefugnissen ab. Tatsächlich stellt die Kostenerstattung oft ein Hindernis bei der Einführung neuer Gesundheitstechnologien dar. Weil das Kostenerstattung entscheidend, aber auch enorm komplex ist, fordert die Gesundheitsbranche innovative Lösungen zur Erfassung der potenziellen Auswirkungen einer neuen Technologie sowie eine reibungslosere, flexiblere und einfachere Art, diese Ergebnisse mit dem Kostenerstattung zusammenzubringen.

Überlegungen bei der Einführung neuer und innovativer Gesundheitstechnologien
Wenn es um neue Technologien geht, sind die Gesundheitsdienstleister – und damit auch die Patienten – erwartungsgemäß sehr an innovativen Lösungen und Behandlungen interessiert. Es gibt einige wichtige Fragen, die sich alle Beteiligten stellen sollten und die zur effizienten Beschaffung, zur erfolgreichen Implementierung der Technologie und zur Sicherstellung der Kostenerstattung beitragen können. Auch die Zusammenarbeit mit Medizintechnikherstellern kann dazu beitragen, den Prozess zu vereinfachen und somit bessere Ergebnisse bei gleichzeitiger Kostendeckung zu erzielen.

Erfüllt die Technologie einen bisher ungedeckten und relevanten klinischen Bedarf?

Wenn Anbieter medizinischer Lösungen mit der Erforschung und Entwicklung neuer Produkte beginnen, ist es ihr oberstes Ziel, eine Technologie zu entwickeln, für die es in der klinischen Praxis einen tatsächlichen Bedarf gibt. Dieses sehr weit gefasste Kriterium trifft sowohl auf die Entwicklung einer völlig neuen Therapie oder eines diagnostischen Hilfsmittels zu als auch auf die Verbesserung einer bestehenden Technologie, um das Outcome zu verbessern oder einen kostensparenden Vorteil zu erzielen und gleichzeitig den Versorgungsstandard zu wahren. Zu dem Zeitpunkt, an dem ein Produkt auf den Markt kommt, sollte klar sein, dass es einen bisher ungedeckten und relevanten Bedarf erfüllt.

Längerfristig gesehen sollte auch die gesamte Wertschöpfung mit in die Betrachtung einbezogen werden. So kann eine neue Technologie beispielsweise einen besseren Zugang zur Behandlung ermöglichen, die Effizienz erhöhen und den Krankenhausaufenthalt verkürzen, sich jedoch auch auf die längerfristigen Komplikationsraten, zukünftige Eingriffe oder Patientenergebnisse und -lebensqualität positiv auswirken.

Die PLASMA-Technologie von Olympus ist ein gutes Beispiel für eine Gesundheitstechnologie, die die neuesten Erkenntnisse, Erfahrungen und Innovationen vereint, um eine bessere operative Effizienz zu bieten – und damit auch Vorteile für die Patienten. Durch den Einsatz von PLASMA+ in der Endourologie werden die klinischen Ergebnisse verbessert und die Gesamtkosten der Versorgung gesenkt, während die Qualität der Gesundheitsleistungen, die dem Patienten zur Verfügung stehen, erhalten bleibt oder sogar gesteigert wird

Die kürzlich veröffentlichte Leitlinie und Wirtschaftlichkeitsberechnung des National Institute for Health and Care Excellence (NICE) unterstützt den Einsatz der PLASMA-Technologie für die bipolare transurethrale Resektion (TURP) der Prostata.1 Die klinischen Ergebnisse der PLASMA-Anwendung sind nachweislich mit der monopolaren TURP (mTURP) vergleichbar, wobei schwerwiegende unerwünschte Ereignisse reduziert werden. Dadurch verringert sich die Dauer der Krankenhausaufenthalte, was zu erheblichen Kosteneinsparungen führt. Diese Technologie bietet daher eine gleichwertige klinische Wirksamkeit bei einem verbesserten Sicherheitsprofil. 2

Funktioniert die Technologie und gibt es Klinische Nachweise, die diese Aussage stützen?

Der beste Weg zu zeigen, dass eine neue und innovative Technologie funktioniert, sind relevante Studien, die ordnungsgemäß kontrolliert und idealerweise von Fachkollegen geprüft werden. Ein Anbieter medizinischer Lösungen sollte in der Lage sein, den Gesundheitsdienstleistern anhand solcher Studien klar und eindeutig die Leistungsmerkmale und Vorteile der neuen Technologie aufzuzeigen.

Darüber hinaus spielt die klinische Verlaufsbeobachtung nach der Markteinführung, einschließlich Überwachungs-, Umfrage-, Audit- und Registerdaten, im Erstattungsprozess eine Rolle und trägt dazu bei, dass die Kostenübernahme aufgrund des Nutzens eines bestimmten Produkts angenommen wird. Dies ist wichtig, um die Deckung der realen Kosten zu gewährleisten.

Nochmals am Beispiel der PLASMA-Technologie von Olympus: Dieses prozedurorientierte, sichere und effiziente System nutzt die zugrunde liegende Hochfrequenztechnologie, die sich seit Jahren bewährt hat und mit der Millionen von Patienten erfolgreich behandelt worden sind. Die klinische Evidenz zeigt, dass schwerwiegende unerwünschte Ereignisse – wie Blutungen und das TUR-Syndrom – durch den Einsatz des PLASMA-Systems im Vergleich zur monopolaren TURP (mTURP) reduziert oder eliminiert werden.

Ist die Technologie bezahlbar?

In Zeiten, in denen die Budgets im Gesundheitswesen mehr denn je strapaziert werden, ist die Bezahlbarkeit einer Technologie wichtig. Anbieter medizinischer Lösungen verfolgen immer das Ziel, Technologien zu entwickeln, mit denen bessere klinische Ergebnisse erzielt werden können. Doch der Nachweis der Kosteneffizienz in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens ist ebenfalls ein wichtiger Faktor in der frühen Forschungsphase der Produktentwicklung. Mit Blick auf den Einsatzzeitpunkt eines Produkts bewerten die Hersteller auch die Erstattungsmöglichkeiten und verschiedene Strategien für die Preisgestaltung und Erstattung im Vorfeld der Technologieentwicklung, um einen erschwinglichen Preis zu gewährleisten.

Neben der klinischen Evidenz bilden diese wirtschaftlichen Aspekte einen wichtigen Gesichtspunkt für das Management einer Gesundheitseinrichtung und bis zu einem gewissen Grad auch für die am Einkauf Beteiligten. Zum Beispiel zeigen wirtschaftliche Evidenz und Kostenmodellierungen für die Einführung des PLASMA+ Systems von Olympus, dass die Kosten für die Anschaffung und die anfänglichen höheren Kosten für Verbrauchsmaterialien durch Einsparungen aufgrund einer kürzeren durchschnittlichen Verweildauer im Krankenhaus und weniger Komplikationen ausgeglichen werden. Eine Kostenmodellierung mit acht Szenarien geht von einer Kosteneinsparung von mindestens 24 % in allen Fällen aus (unabhängig davon, ob Olympus Technik zum Einsatz kommt), bei bis zu £847 pro Patient für bestehende Anwender von Olympus Technik, wenn der Eingriff ambulant durchgeführt wird 3 .

Wie würde die Technologie eingeführt und ihre Effektivität überwacht werden?

Die Implementierung einer neuen Technologie und die Überwachung ihrer Effektivität ist in der Regel mit zusätzlichen Kosten verbunden. Die Verantwortlichen im Gesundheitsbereich und die Hersteller medizinischer Geräte sollten dies bei der Bewertung der Kosteneffektivität eines Produkts berücksichtigen, wobei alle zusätzlichen Kosten proportional in bessere klinische Ergebnisse umgesetzt werden müssen.

Abbildung 2. Bei der Markteinführung eines neuen Produkts können Hersteller medizinischer Lösungen allen Interessengruppen helfen, indem sie den klinischen und wirtschaftlichen Wert ihrer Technologien aufzeigen.

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Industrie und Gesundheitswesen kann die Einführung von Technologien und die Planung der Kostenerstattung vereinfachen

Diese Fragen bilden den Rahmen, mit dem die Verantwortlichen im Gesundheitsbereich sicherstellen können, dass die Einführung einer neuen Technologie auf allen Ebenen von Vorteil ist – von den Patientenergebnissen bis hin zur Kostendeckung. Eine effektive Zusammenarbeit zwischen Industriepartnern und Gesundheitsdienstleistern kann die Beantwortung dieser Fragen entscheidend vereinfachen. Werden Hersteller, Ärzte, Versicherungsträger und politische Entscheidungsträger sowie Einkaufsmanager auf regionaler und nationaler Ebene – in einem frühen Stadium der Produktentwicklung – eingebunden, können überzeugende Wertversprechen und gute Patientenergebnisse erreicht werden (Abbildung 2).

Zusammenfassung

Natürlich ist der Nachweis des klinischen Nutzens einer neuen Technologie von entscheidender Bedeutung. Aber auch der Nachweis des wirtschaftlichen Nutzens von Systemen und Dienstleistungen über die klinischen Ergebnisse hinaus ist wichtig, um Hindernisse bei der Kostenerstattung auszuräumen. Indem sie kontinuierlich den Wert ihrer Systeme und Dienstleistungen einfach und effektiv demonstrieren, können Hersteller medizinischer Geräte die Bedürfnisse der verschiedenen Interessengruppen im Gesundheitswesen und deren individuelle Herausforderungen adressieren. Gemeinsam arbeiten die Industrie und die Akteure des Gesundheitswesens daran, die beste Lösung für Patienten und Budgets zu finden, um den Patienten Zugang zu neuen Technologien zu geben und die Deckung der Kosten durch Kostenerstattung zu gewährleisten.

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