Film ist ein sehr tolerantes Bildaufzeichnungsmedium. Aus diesem Grund war es bislang nicht notwendig, Kameras mit sehr hoch auflösenden Objektiven zu bestücken. Doch sobald elektronische Sensoren zum Einsatz kommen, gelten gänzlich andere Anforderungen.
Der Pixelabstand bei Multi-Mega-Pixel-Kameras beträgt lediglich 5 bis 6 Mikrometer oder weniger. Weil die Linsenauflösung nicht hoch genug ist, wird nicht mehr jede einzelne Fotodiode separat angesprochen. Dies führt zu Qualitätseinbußen. Die theoretisch möglichen Leistungswerte eines Sensors werden somit nicht genutzt. Das Problem nimmt zu, wenn die Anzahl der Pixel steigt und die Sensorgröße schrumpft.
Alle Objektive, die auf Basis des Four Thirds Standards entwickelt werden, sind speziell für die digitale Bildaufzeichnung konzipiert. Ihre ultrafeine Auflösung ist das Ergebnis aufwändiger Herstellungsprozesse und der Garant dafür, dass die Leistung der Bildsensoren voll ausgeschöpft werden kann.
Präzise bis in die Ecken
In sämtlichen Four Thirds-optimierten Objektiven kommen so genannte telezentrische Optiken zum Einsatz. Aufgrund des Konstruktionsprinzips von Sensoren kommt es bei nicht senkrechtem Lichteinfall zu Bilddatenverlusten sowie möglicherweise auch zu Interferenzen. Dies äußert sich in Qualitätsverlusten die vor allem in den Bildecken sichtbar sind. Das Phänomen bezeichnet man als Vignettierung (Cornershading). Es tritt vor allem bei Digitalkameras mit Vollformat-Sensoren auf, da hier das Licht sehr stark gebrochen werden muss, damit es auch die äußeren Ecken des Sensors erreicht.
Die mit einer telezentrischen Optik bestückten Four Thirds-Objektive gewährleisten, dass das Licht senkrecht auf den Sensor trifft. Aus diesem Grund stimmen bei den mit ihnen gemachten Aufnahmen sowohl Farbe als auch Schärfe und Helligkeit bis in die Bildecken.
Ein zukunftsweissender Standard
Four Thirds ist ein Standard, der den spezifischen Anforderungen digitaler Spiegelreflexkamera-Systeme Rechnung trägt. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit von Bildsensoren und Objektiven zu steigern. Definiert wurden:
• Mechanische Standards
• Optische Standards und
• ein Kommunikationsstandard
Mechanische Standards
Um die Austauschbarkeit der Objektive zu gewährleisten, sind Art, Größe und Form des Objektivanschlusses sowie der Kamerafassung standardisiert.
Darüber hinaus sind auch der Abstand zwischen der Bildebene und dem Objektivanschluss (Auflagemaß) sowie die Position des Bildsensors bezogen auf die letzte Linse definiert.
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Optische Standards
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Festgelegt ist bei Four Thirds auch die Größe des Bildkreises. Beschrieben wird damit die Kreisfläche, die das Objektiv auf den Sensor projiziert. | |
Kommunikationsstandard
Objektiv und Kameragehäuse sind nicht mehr länger „sprachlose“ Einzelkomponenten. Denn Four Thirds hat durch die Festlegung eines Kommunikationsprotokolls die Voraussetzungen geschaffen, dass ein Informationsaustausch stattfinden kann.